Geschichte der Museumswerft
Bis in das 19. Jahrhundert bestanden am nördlichen Ryckufer in Greifswald mehrere Holzschiffswerften. Den Niedergang der Segelschiffahrt überlebte nur der jetzige Werftstandort, welcher 1911 in den Besitz von Richard Buchholz gelangte. 1935 wurden eine Schiffbauhalle und die Patentslip an der jetzigen Stelle errichtet, 1940/41 kamen weitere Hallen- bzw. Werkstattneubauten hinzu. Diese in klassischer Zimmermannsarbeit errichteten Gebäude sowie Teile des Maschinenparks sind bis heute erhalten und zu besichtigen.

Nach dem Krieg baute die Werft eine großangelegte Holzkutterserie für die volkseigene Fischereiwirtschaft. Bis 1953 wurden drei 17m-Kutter sowie zwei 24m-Kutter gebaut. Im April 1951 lief mit dem 32m-Lehr- und Versuchskutter Neues Deutschland der vermutlich größte Holzschiffbau in Deutschland nach 1945 vom Stapel. Ebenfalls bemerkenswert ist 1953 der Bau des 27m-Fischereihilfsschiffes Dr. Friedrich Wolf.

Nach der Flucht des Werftbesitzers Willi Buchholz 1953 in die BRD blieb die nunmehrige VEB Boots- und Reparaturwerft die größte Reparaturwerft der Saßnitzer Kutterflotte. Daneben wurden als letzter Serienbau von Holzfischkuttern dreizehn 12m-Kutter gebaut. Es wurden einige Spezialschiffe für die technische Flotte gebaut sowie die Endfertigung von Fahrgastschiffumbauten vorgenommen.

1971 wurde der Betrieb als Betriebsteil „Schiffsreparaturen“ der Volkswerft Stralsund angegliedert. Die Greifswalder Werft spezialisierte sich auf die Reparatur von 17m-Kuttern, Zulieferung für Schiffsneubauten und Konsumgüterproduktion. Als letzter Neubau wurde 1983/84 das Zeesboot Sunddriewer nachgebaut. 1990 wurde der Betrieb eingestellt.

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Bootsbau in der Buchholzschen Werft